Fliesen-Ratgeber
Fliesen reinigen, ohne sie zu ruinieren
Die meisten Fliesenschäden entstehen beim Putzen. Der Flecken-Helfer sagt zu jedem Problem das richtige Mittel, und wovon Sie die Finger lassen.

Die unbequeme Wahrheit übers Putzen
Fliesen gehen selten am Gebrauch kaputt, aber erstaunlich oft an der Pflege: Der Essigreiniger, der Woche für Woche den Kalk holt, holt nebenbei den Zement aus den Fugen. Die Wischpflege, die Glanz verspricht, baut einen speckigen Film auf. Und der scharfe Kalklöser, der auf Keramik funktioniert, ätzt die Marmorablage daneben blind. Wer eine geflieste Fläche lange schön halten will, braucht deshalb vor allem eines: das richtige Mittel am richtigen Ort.
Der Flecken-Helfer sortiert die fünf häufigsten Fälle:
Kalkflecken
Im Alltag reichen warmes Wasser, ein Mikrofasertuch und ein neutraler oder mild saurer Sanitärreiniger auf KERAMIK. Hartnäckige Ränder einweichen statt schrubben, danach klar nachwischen und trocknen: Kalk kommt aus dem Wasser, Trockenwischen ist die halbe Vorbeugung.
Essigessenz und aggressive Kalklöser greifen die zementären Fugen an und ätzen Marmor, Travertin und Kalkstein sofort matt. Auf Naturstein nur pH-neutrale Reiniger.
Die Grundausstattung, die fast immer reicht
Für den Alltag auf glasierter Keramik braucht es weniger, als die Putzmittelregale glauben machen: warmes Wasser, ein Mikrofasertuch oder ein gut ausgewrungener Wischmopp und ein neutraler Allzweckreiniger. Zweimal nass durchwischen hinterlässt mehr Schlieren als einmal nebelfeucht. Dazu zwei Spezialisten für den Bedarfsfall: ein alkalischer Grundreiniger gegen Fett und Pflegefilme, ein für den Untergrund geeigneter Kalklöser fürs Bad. Das ist die ganze Apotheke.
Aus der Praxis
Silikonfugen: die Verschleißteile
Noch ein ehrliches Wort zu den elastischen Fugen an Wanne, Dusche und Boden-Wand-Anschluss: Sie sind Wartungsfugen und damit Verschleißteile, wie die Bremsbeläge am Auto. Schimmelt oder löst sich eine Silikonfuge, hilft kein Reiniger der Welt dauerhaft, dann wird sie herausgeschnitten und neu gezogen. Das gehört zu den kleinen Aufträgen, für die man sich nicht zu schade sein sollte, denn eine offene Anschlussfuge ist die Eintrittskarte für Wasser in die Konstruktion.
Kurz beantwortet
Was ist der größte Fehler beim Fliesenputzen?
Säure an der falschen Stelle. Essigreiniger und aggressive Kalklöser entfernen zwar den Kalk, greifen aber genauso den Zement in den Fugen an, die dadurch über die Jahre absanden und ausbrechen. Auf Marmor und Kalkstein ätzt Säure sofort matte Flecken. Für den Alltag reichen Wasser und ein neutraler Reiniger fast immer aus.
Wie bekommt man Zementschleier nach dem Verlegen weg?
Mit einem Zementschleierentferner, also einer dosierten Säure, und der richtigen Reihenfolge: Fugen vorher gut vornässen, damit die Säure nicht in den frischen Fugenmörtel zieht, Mittel einwirken lassen, ohne dass es antrocknet, und gründlich mit klarem Wasser nachspülen. Auf säureempfindlichem Naturstein ist das Mittel tabu, dort gibt es eigene Produkte.
Warum glänzen meine Fliesen fleckig, obwohl ich ständig putze?
Sehr oft ist es das Putzmittel selbst: Viele Wischpflegen enthalten Pflegemittel, die Schicht für Schicht auf der Fliese bleiben. Der Film wird speckig, zeichnet jede Schliere und zieht Schmutz an. Die Lösung ist eine einmalige Grundreinigung mit alkalischem Grundreiniger und danach Wischwasser ohne Pflegezusatz.
Sind Dampfreiniger für Fliesen geeignet?
Auf glasierter Keramik funktionieren sie gut. Vorsicht dagegen bei Naturstein und imprägnierten Flächen, denn der heiße Dampf kann Imprägnierungen und Wachse lösen, und dauerhaft in die Fugen gedrückter Dampf tut auch denen keinen Gefallen. Dort gilt: seltener, mit Abstand und ohne Dauerbeschuss auf eine Stelle.
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Lieber einmal fragen als zweimal fliesen
Wenn Ihr Vorhaben konkreter wird: Ein paar Angaben und, wenn möglich, zwei Fotos genügen, und Patrick Wojcik sagt Ihnen ehrlich, ob und wann es passt.
