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Die Flotte Fliese, Patrick Wojcik

Fliesen-Ratgeber

Rutschklassen erklärt: Was R9 bis R13 wirklich bedeuten

R10, R11, Barfußklasse B: Hinter den Kürzeln stecken echte Prüfwinkel. An der kippbaren Rampe sehen Sie, was sie bedeuten.

Illustration: ein profilierter Arbeitsschuh steht auf einer gekippten, gefliesten Rampe, darunter ein Winkelmesser. So läuft die Rutschklassen-Prüfung.

Die Prüfung ist wörtlich gemeint: eine kippbare Rampe

Hinter den Kürzeln R9 bis R13 steckt keine Theorie, sondern ein erstaunlich handfester Versuch. Für die Norm DIN 51130 steht eine Prüfperson mit genormten, profilierten Schuhen auf einer Rampe, die mit Öl benetzt ist. Die Rampe wird langsam gekippt, bis die Person ins Rutschen kommt. Der Winkel, bei dem das passiert, entscheidet über die Klasse: je steiler, desto rutschhemmender der Belag.

Probieren Sie es aus: Der Regler kippt die Rampe, rechts steht, welche Klasse der Winkel bedeutet.

Mit Schuhen (DIN 51130)

R10

Ein Belag, der erst bei diesem Winkel rutscht, erfüllt R10. Typisch: Bad, Küche, Garage.

Barfuß und nass (DIN 51097)

Klasse B

Geeignet für Duschboden, Beckenumgang.

Die Winkel sind die echten Prüfgrenzen der beiden Normen. Geprüft wird auf einer geölten Rampe mit Schuhen (R-Klassen) beziehungsweise barfuß auf nasser Rampe (A, B, C).

Die fünf R-Klassen im Überblick

Ein Belag, der schon unter 6 Grad rutscht, bekommt gar keine Klasse. Darüber staffeln sich die Gruppen: R9 gilt von über 6 bis 10 Grad und ist der übliche Bereich für Eingänge, Flure und Verkaufsräume. R10 reicht bis 19 Grad und deckt Bäder, Küchen und Garagen ab. R11 reicht bis 27 Grad und ist die Welt der Außenbereiche und gewerblichen Küchen. R12 bis 35 Grad und R13 darüber sind Spezialisten für Großküchen, Werkhallen und Betriebe, in denen Fett und Wasser zum Alltag gehören.

Wichtig zu wissen: Die R-Prüfung läuft mit Schuhen. Für nasse Barfußbereiche, also Duschen, Schwimmbäder und Saunen, gibt es eine eigene Prüfung nach DIN 51097, ebenfalls auf der Rampe, aber barfuß und mit Seifenwasser statt Öl. Ihre Klassen heißen A, B und C: A gilt ab 12 Grad, B ab 18, C ab 24. Für den privaten Duschboden hat sich Klasse B als gute Wahl etabliert.

Was davon ist Pflicht, was Empfehlung?

Die Vorschriften gelten für Arbeitsstätten und öffentliche Bereiche: Dort schreiben die Regeln für Arbeitsräume je nach Nutzung bestimmte R-Klassen vor, in der gewerblichen Küche etwa deutlich mehr als im Büroflur. In der privaten Wohnung schreibt Ihnen dagegen niemand eine Rutschklasse vor. Das ist eine ehrliche und wichtige Unterscheidung, denn sie heißt: Im eigenen Bad entscheiden Sie, und zwar am besten mit Augenmaß statt mit der höchsten Zahl.

Aus der Praxis

Mehr Rutschhemmung heißt rauere Oberfläche, und rauere Oberflächen halten Schmutz besser fest. Ein R12-Boden im Gäste-WC wäre kein Sicherheitsgewinn, sondern nur ein Putzproblem. Deshalb wird die Klasse zum Raum gewählt: mattes R10 im Bad, die Barfußklasse B im Duschbereich, draußen R11 mit Gefälle, damit Wasser erst gar nicht stehen bleibt.

Woran Sie die Angaben im Handel erkennen

Die Rutschklasse steht im Datenblatt der Fliese, oft direkt neben Abriebgruppe und Wasseraufnahme. Fehlt die Angabe, ist das bei reinen Wandfliesen normal, bei Bodenfliesen dagegen ein Grund nachzufragen. Und wenn zwei Serien zur Wahl stehen: Die Klasse beschreibt den Neuzustand. Eine offenporige, schwer zu reinigende Fläche kann im Alltag stumpfer und zugleich schmutziger werden, gute Pflege gehört zur Rutschhemmung dazu.

Kurz beantwortet

Was bedeutet R11 bei Fliesen?

R11 ist eine Rutschklasse nach DIN 51130. Bei der Prüfung steht eine Person mit profilierten Schuhen auf einer geölten, kippbaren Rampe. Rutscht sie erst bei einem Neigungswinkel über 19 bis 27 Grad, bekommt der Belag die Klasse R11. Solche Fliesen sind für Bereiche gedacht, in denen es nass oder fettig werden kann, etwa gewerbliche Küchen oder Werkstätten.

Welche Rutschklasse brauche ich im privaten Bad?

Für private Wohnungen schreibt keine Norm eine Rutschklasse vor, die Vorschriften gelten für Arbeitsstätten und öffentliche Bereiche. Sinnvoll ist sie trotzdem: Für den Duschboden hat sich die Barfußklasse B nach DIN 51097 bewährt, für den übrigen Badboden reicht meist R10 oder eine matte Oberfläche.

Gilt die R-Klasse auch barfuß?

Nein. Die R-Klassen werden mit Schuhen und Öl geprüft und passen deshalb nicht auf nasse Barfußbereiche. Dafür gibt es die eigenen Klassen A, B und C nach DIN 51097, geprüft barfuß auf einer nassen Rampe mit Seifenlösung. A gilt ab 12, B ab 18 und C ab 24 Grad Neigung.

Sind rutschfeste Fliesen schwerer zu putzen?

Meistens ja, und das gehört ehrlich dazu: Die Rutschhemmung kommt von einer raueren Oberfläche, und in der hält sich Schmutz besser. Deshalb wird nicht pauschal die höchste Klasse verlegt, sondern die passende für den Raum.

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Lieber einmal fragen als zweimal fliesen

Wenn Ihr Vorhaben konkreter wird: Ein paar Angaben und, wenn möglich, zwei Fotos genügen, und Patrick Wojcik sagt Ihnen ehrlich, ob und wann es passt.