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Die Flotte Fliese, Patrick Wojcik

Fliesen-Ratgeber

Naturstein: fünf Steine, fünf Charaktere

Marmor, Granit, Schiefer, Travertin, Kalkstein: Jeder Stein hat seine Stärken und seine Empfindlichkeiten. Die Steckbriefe zum Durchklicken.

Illustration: fünf Natursteinplatten in einer Reihe wie Buchrücken, mit Marmoradern, Granitsprenkeln, Schiefer, Travertinporen und glattem Kalkstein

Warum Naturstein eine eigene Welt ist

Feinsteinzeug wird gebrannt und ist jedes Mal gleich. Naturstein ist gewachsen und jedes Mal anders: Jede Platte ist ein Unikat mit eigener Zeichnung, und jede Sorte bringt ihren eigenen Charakter mit, von der Härte über die Säureempfindlichkeit bis zur Frage, ob sie draußen überleben würde. Genau deshalb lohnt es, die Steine einzeln zu kennen, bevor man sich verliebt:

Granit · der Gelassene

Härte
sehr hart
Säure
unempfindlich
Draußen
bewährt
Zuhause
Küche, Eingang, außen

Tiefengestein aus Quarz und Feldspat: Granit trägt Küchen, Treppen und Eingänge seit Generationen, drinnen wie draußen. Wer Naturstein ohne Nervosität will, nimmt Granit.

Die drei Pflege-Wahrheiten

Erstens: Imprägnieren, und zwar bevor der erste Fleck kommt. Die Imprägnierung füllt die Poren und gibt Öl und Farbstoffen keine Chance, sie wird alle paar Jahre aufgefrischt. Zweitens: Auf Naturstein gehören nur pH-neutrale Reiniger, die scharfen Helfer aus dem Baumarktregal sind hier verboten. Drittens: Kalkhaltige Steine und Säure sind Feinde fürs Leben, das gilt für den Badreiniger genauso wie für die aufgeschnittene Zitrone auf der Arbeitsplatte.

Aus der Praxis

Wer die Naturstein-Optik ohne die Naturstein-Regeln will, findet heute Feinsteinzeug, das Marmor und Travertin verblüffend nachzeichnet: gleiche Anmutung, keine Säureangst, Standardpflege. Der ehrliche Unterschied bleibt die Wiederholung, denn das Muster der Keramik wiederholt sich, das des Steins nie.

Verlegung: hier trennt sich das Handwerk

Naturstein verzeiht bei der Verlegung weniger als Keramik: Viele Sorten brauchen schnell abbindende Trass-Kleber, damit keine Feuchtigkeit aus dem Kleberbett Verfärbungen in den Stein zieht, helle Steine wollen weißen Kleber, und empfindliche Kanten verlangen sauberes Werkzeug und Geduld. Es ist der Teil des Fachs, in dem Erfahrung den Unterschied macht, und einer der Gründe, warum Naturstein bei uns im Firmennamen steht.

Kurz beantwortet

Welcher Naturstein ist am pflegeleichtesten?

Granit. Er ist hart, dicht und säureunempfindlich, verträgt also auch mal einen Spritzer Zitronensaft, der Marmor dauerhaft zeichnen würde. Deshalb ist Granit die erste Wahl für Küchenböden und stark genutzte Flächen. Ganz ohne Pflege kommt aber kein Naturstein aus, imprägniert werden sollten sie alle.

Warum verträgt Marmor keine Säure?

Marmor besteht aus Kalk, und Kalk reagiert mit Säure. Zitrone, Essig, Wein oder ein saurer Badreiniger ätzen in Sekunden matte Flecken in die polierte Fläche, die sich nicht wegwischen lassen, sondern nur neu aufpolieren. Für Marmor gilt deshalb: nur pH-neutrale Reiniger, und verschüttete Säuren sofort aufnehmen.

Ist Naturstein für die Dusche geeignet?

Möglich ist es, aber es will gepflegt sein: Kalk aus dem Leitungswasser lagert sich auf Stein genauso ab wie auf Glas, und säurehaltige Kalkentferner verbieten sich auf den meisten Steinen. Wer Naturstein in der Dusche wählt, nimmt am besten einen unempfindlichen Stein, eine gute Imprägnierung und den Abzieher nach dem Duschen als Gewohnheit.

Muss Naturstein draußen frostsicher sein?

Ja, und das hängt an der Wasseraufnahme: Steine, die Wasser ziehen, sprengt der Frost von innen. Granit und viele Quarzite sind draußen bewährt, offenporige Steine wie Travertin gehören in unserem Klima eher ins Haus oder unter ein Dach. Der Aufbau darunter entscheidet mit, stehendes Wasser ist der eigentliche Feind.

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Lieber einmal fragen als zweimal fliesen

Wenn Ihr Vorhaben konkreter wird: Ein paar Angaben und, wenn möglich, zwei Fotos genügen, und Patrick Wojcik sagt Ihnen ehrlich, ob und wann es passt.